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Unsere neue Wohnanlage „Am Sonnenfeld“ in Oberhausen

Am vergangenen Sonntag haben sich fast zwei Drittel der Wähler des Bürgerentscheids dafür ausgesprochen, dass wir die Pläne für den Bau unserer neuen Wohnanlage am Ortsrand in Oberhauen weiterverfolgen dürfen.
 
Bei einer hohen Wahlbeteiligung stimmten 62,4% der Wähler für die Fortführung der Planungen des Gewerbegebiets und unseres Neubaus. Nur 37,6% teilten die Meinung der Initiatoren des Bürgerbegehrens. 

Aktuell: Unsere Informationsbroschüre mit allen wichtigen Informationen.

Die Stiftung Sankt Johannes führt bereits mehrere Einrichtungen für Menschen mit geistiger Behinderung, die eine intensivpädagogische Betreuung brauchen. Unsere Erfahrung ist, dass mit ­einem klar strukturierten Tagesablauf, einem professionell aufgestellten Team und einem auf die speziellen Bedürfnisse abgestimmten Wohnumfeld ein wertvolles Leben ermöglicht wird. Mit der entsprechenden Förderung werden die Bewohner befähigt, ihren Alltag ohne permanente Krisenentwicklung zu bewältigen und Schritt für Schritt mehr Selbstständigkeit zu erreichen. Und das Ganze natürlich ohne Gefahr für die Nachbarn oder den Ort.

 

Fragen und Antworten

Stiftung Sankt Johannes: Kann man sich auf die Kompetenz der Stiftung verlassen?

Sankt Johannes ist ein moderner Träger sozialer Dienstleistungen und bietet ein breites Spektrum an Hilfen und Unterstützungen an. Die Stiftung hat große Erfahrung. Sie betreut seit mehr als 150 Jahren Menschen mit Behinderung. Im Vordergrund steht die vielfältige und individuelle Unterstützung jedes Betreuten. 

Stiftung Sankt Johannes: Wie viele Wohnanlagen für Menschen mit Behinderung werden betreut?

Die Stiftung betreut derzeit mehr als 1.000 Menschen mit Behinderungen in mehr als 20 Einrichtungen an den sieben Standorten 
Marxheim, Donauwörth, Rain, Straß, Rennertshofen, Neuburg und Augsburg. In Oberhausen soll der achte Standort entstehen. Sankt Johannes ist im Bezirk Oberbayern vertreten. Die Zentrale liegt in Marxheim-Schweinspoint.

Stiftung Sankt Johannes: Gibt es noch weitere Geschäftsbereiche der Stiftung?

Ja. Die Stiftung Sankt Johannes ist ein großer Sozial-Arbeitgeber mit rund 950 Arbeitsplätzen. Viele kompetente Fachkräfte werden von der Stiftung selbst ausgebildet, um auf ihre Aufgaben speziell vorbereitet zu werden. Dafür unterhält die Stiftung in Neuburg ein eigenes Berufsbildungszentrum für soziale Berufe mit aktuell 170 Schülern. Die Stiftung bietet zudem betreute Arbeitsplätze in Werkstätten und engagiert sich in der Seniorenbetreuung. Im Portfolio gibt es auch Betriebe wie ein Sozialkaufhaus und ein Zentrum für tiergestützte Therapien.

Stiftung Sankt Johannes: Was ist das Leitbild der Stiftung?

Sankt Johannes versteht sich als regional verwurzelt, sozial engagiert und mit Leidenschaft dabei. Motto: „Wir gestalten Leben – gemeinsam mit Ihnen.“ Die Angebote sind vielfältig. Leitbild ist das christliche Menschenbild und die Inklusion benachteiligter Menschen in unserer Gesellschaft. 
Menschen mit Behinderung steht die Stiftung Sankt Johannes als starker Partner zur Seite.

Menschen mit Behinderung und herausforderndem Verhalten: Mit welchen Behinderungssymptomen müssen die Menschen leben?

Es geht um eine primär schwere geistige Behinderung. Die Menschen sind häufig von Geburt an in allen Lebensbereichen auf Unterstützung und Betreuung angewiesen. Oft treten Verhaltensstörungen und unangemessenes Verhalten auf. 
Es kann zu selbstverletzenden Handlungen und Aggressionen kommen. Zudem leiden die Betroffenen unter Angststörungen, Depressionen oder Zwangshandlungen.

Menschen mit Behinderung und herausforderndem Verhalten: Warum gibt es zu wenig Betreuungsplätze für diese Gruppe?

Im Regierungsbezirk Oberbayern stehen derzeit nur etwa 200 Betreuungsplätze zur Verfügung. Es herrscht seit Jahren ein akuter Mangel. Ein Grund ist die zunehmende Dezentralisierung aus therapeutischen Gründen. In der Vergangenheit wurde auf große, zentrale Einrichtungen gesetzt. Das stellte sich als nicht zielführend heraus. Jetzt setzen Experten auf kleinere, dezentrale Einrichtungen, um auf die Bedürfnisse der Menschen mit Behinderung besser eingehen zu können. Das Konzept ist ausgerichtet auf Teilhabe, Nähe und Inklusion in die Gesellschaft.

Menschen mit Behinderung und herausforderndem Verhalten: Wie sieht das Betreuungskonzept in dem geplanten Wohnprojekt aus?

Der Lebensbereich Wohnen soll mit den ­Bereichen Freizeit und Arbeiten verzahnt werden. Ziel ist es, sinnstiftende Beschäftigungen für die Menschen mit Behinderung zu entwickeln. Dabei gehen die Fachkräfte der Stiftung individuell auf die Talente und Möglichkeiten der Betreuten ein. Es wird versucht, maßgeschneiderte Lösungen für jeden Einzelnen zu finden.

Menschen mit Behinderung und herausforderndem Verhalten: Wie lange werden die Betreuten in der Einrichtung leben?

Das kommt auf ihre persönliche Entwicklung an. Ein eigenständiges Leben wird für sie in der Regel nicht möglich sein, ist aber nicht ausgeschlossen. Es ist das Ziel der pädagogischen und fachlichen Betreuung, die Menschen mit Behinderung und herausforderndem Verhalten positiv zu entwickeln und ihr Leben lebenswerter zu machen. Dennoch hängt es von vielen Unwägbarkeiten ab, ob es gelingt, Fortschritte zu erzielen. Sollte ein Bewohner die Einrichtung aus individuellen Gründen verlassen müssen, wird der Platz frei 
für einen Nachrücker.

Das geplante Wohnheim: Was heißt Inklusion überhaupt?

Inklusion steht für ein selbstverständliches Zusammenleben unterschiedlicher Menschen, ohne dass dabei Einzelne ausgegrenzt werden. Alle Menschen haben ein Recht, sich frei zu entfalten und die Welt mitzugestalten. Dabei spielt es keine Rolle, woher jemand kommt oder mit welchen körperlichen, intellektuellen oder geistigen Einschränkungen er lebt. Die Inklusion fordert, dass sein Umfeld so gestaltet werden muss, dass er oder sie sich entsprechend der eigenen Möglichkeiten einbringen kann. 

Das geplante Wohnheim: Wie könnte die Wohnanlage aussehen?

Es wird ein moderner, heller Baukomplex mit Flachdächern werden. Geplant sind derzeit vier miteinander verbundene, zweigeschossige Hauptgebäude, die einen Innenhof umschließen, um ein stets geschütztes Umfeld für die Bewohner zu garantieren. Die Grundstücksgröße beträgt ca. 6.500 m2. Die Gebäude werden so ausgerichtet, dass die Büro- und Personaltrakte nach Norden an die Nachbarschaft und an die Sportplatzstraße grenzen. Zudem werden parkähnliche Außenbereiche mit hohen Hecken und integrierten Zäunen angelegt. 

Das geplante Wohnheim: Wie viele Menschen werden dort betreut?

Die Stiftung plant eine Wohnanlage für 24 Menschen mit Behinderung und besonders herausfordendem Verhalten, die in Sechsergruppen leben. Bis zum Jahr 2023 soll das Gebäude bezugsfertig sein. Die Baukosten werden auf etwa 4,5 Mio. Euro geschätzt. Jeder Bewohner hat ein eigenes Zimmer und ein eigenes Bad. Zur Betreuung werden etwa 30 bis 40 Stiftungsmitarbeiter vor Ort sein. 

Das geplante Wohnheim: Wie sicher wird die Einrichtung für Nachbarn sein?

Die Menschen mit Behinderung werden rund um die Uhr von einem multiprofessionellen Team aus Pädagogen und Fachkräften betreut. Der beschützende Charakter der Einrichtung sowie die intensive und professionelle Betreuung der Menschen mit Behinderung schließt somit eine Gefährdung und negative Auswirkungen auf die Bevölkerung aus. Es ist in den mehr als 150 Jahren der Stiftungsgeschichte noch kein Außenstehender angegriffen oder belästigt worden.

Das geplante Wohnheim: Gibt es Menschen mit Behinderung, die von der Aufnahme in Oberhausen ausgeschlossen werden?

Ja. Nicht aufgenommen werden Menschen mit vorrangig psychischen Behinderungen, mit primärer Suchterkrankung, Sexualstraftäter und Menschen mit vordergründig körperlicher Beeinträchtigung. 

Die Gemeinde und das Vorhaben: Warum Oberhausen?

Die Stiftung Sankt Johannes wurde vom Bezirk Oberbayern gebeten, einen Standort für die Betreuung von Menschen mit Behinderung und besonders herausforderndem Verhalten zu finden. Auf der Suche nach Bauplätzen im nördlichen Oberbayern fanden die Planer in Oberhausen ein passendes Grundstück. Ein Argument für Oberhausen war: Die Gemeinde hat dank mehrerer sozialer und gemeinnütziger Projekte den Ruf, eine sehr innovative Kommune zu sein. 

Die Gemeinde und das Vorhaben: Wie steht der Gemeinderat zur Entscheidung für die Wohnanlage und das Gewerbegebiet?

Einstimming dafür. Die gewählte Bürgervertretung stimmte der Planung einstimmig und fraktionsübergreifend zu. „Wir sind eine innovative Gemeinde. Es war uns wichtig, dass wir auch soziale Einrichtungen und Inklusionsprojekte unterstützen“, sagt Bürgermeister Fridolin Gößl. Zuvor hatte es eine enge Abstimmung mit den Vertretern der Stiftung Sankt Johannes gegeben, die sich in der Gemeinde willkommen fühlen.

Die Gemeinde und das Vorhaben: Welche Unternehmen sollen sich auf dem Plattenacker ansiedeln?

Neben dem Wohnprojekt (ca. 6.500 m2) werden nur noch drei kleinere Grundstücke zwischen 3.000 und 5.500 m2 Nettobaufläche ausgewiesen. Ziel ist es, Klein- und Handwerksbetrieben Entwicklungsmöglichkeiten zu geben. Damit sollen Ausbildungs- und Arbeitsplätze in der Kommune gehalten werden.

Die Gemeinde und das Vorhaben: Warum wurde das Gewerbegebiet mit dem Wohnheimprojekt verknüpft?

Nach der Zustimmung zu dem Stiftungsprojekt machte es Sinn, gleich das ganze Gebiet Platten­acker zu entwickeln, das 2006 von der Gemeinde im Zuge einer Bevorratung gekauft wurde. Weil es immer wieder Anfragen von kleineren Betrieben bei der Verwaltung gab, die sich vergrößern wollten, entstand die Idee, den Plattenacker auch als Gewerbegebiet zu nutzen. 

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